Donnerstag, 25. Dezember 2008

Stille Nacht...

Was macht man in China an Heiligabend? In der Innenstadt werden die Haupstraßen abgesperrt und für Fußgänger reserviert, da geht man dann mal hin.


Und warum geht man da hin? Da gehen die anderen auch hin.


Wieso gerade zu Weihnachten? Weihnachten ist noch neu hier in China, da möchte man mal schauen was das so ist.


Und warum geht man dazu ins Stadtzentrum? – Weil die anderen da auch alle hingehen


(Alles Antworten chinesischer Freunde, die es eigentlich auch vor allem amüsant finden, warum hier gerade zu Weihnachten so ein Rummel herrscht.)

Die Kaufhäuser und fliegenden Händler lassen sich das natürlich nicht entgehen, und so mancher muslimische Kebab-Brater steht mit Weihnachtsmann-Zipfelmütze neben seiner ordentlich verschleierten Frau. Ab und zu gibt's etwas Feuerwerk (würde in Deutschlanf wahrscheinlich als Großfeuerwerk durchgehen, aber wenn man Chinese New Year erlebt hat nimmt man die paar Böllerschläge zu Weihnachten nicht mehr war). Studenten sprühen sich gegenseitig die Haare und Jacken farbig an, die Sprühdosen werden ebenfalls von weihnachtszpifelmützentragenden Händlern Angeboten. Durch das Gewusel quälen sich hupend Motorradrikschas (hatte ich gesagt für Fußgänger reserviert?), weil mir der Rückweg zu lang ist nehme ich dann eine solche. Neben mir fährt ein Radfahrer auf seinem Rennrad, als er mich entdeckt findet er den Anblick eines Ausländers in einer Rikscha so faszinierend, dass er nicht mehr nach vorne schaut und beinahe in einen Baum rasselt.

In China macht mir sogar Weihnachten Spass!

Weihnachtszeit

Ich bin absoluter Weihnachtsmuffel. Ich hasse geplante Besinnlichkeit, Kerzen und Weihnachtslieder, Geschenkkommerz, volle Innenstädte am Samstag. Wenn im Radio "Last Christmas" läuft wünsche ich mich zurück ins Jahr 1983 (das letzte Jahr, in dem dieser Schmalz nicht aus allen Lautsprechern tropfte). Nun gut, Weihnachten in China bietet mir vielleicht eine Chance dem allen zu entgehen?

In der Firma steht vor meinem Büro ein Plastikweihnachtsbaum mit blinkenden Kerzen und roten Laternen. Meine Bürowand ist aus Glas, er ist also ständig in meinem Blickfeld. Im Meetingraum nebenan proben einige Office-Ladies Lieder für die Weihnachtsfeier.


Wenn man bei uns zuhause auf anruft, so ertönt anstelle des Ruftons die chinesische Version von "Jingle Bells". Jedenfalls ab- und zu, das Lied wechselt bei jedem Anruf.

In meinem Lieblingssupermarkt sind alle Kassiererinnen als Weihnachtsmann verkleidet. Als Hintergrundmusik läuft irgendwas weihnachtliches von Boney M, danach Mambo #5, dann eine schreckliche Coverversion von Do They Know It's Christmas. "Feed the wo - hoho - orld" zwischen Theken mit Hühnerköpfen und -füßen. Alles wie üblich in ohrenbetäubender Lautstärke, Unterhaltungen sind unmöglich, aber den Chinesen gefällt's, und außerdem geht mach ja nicht zum Unterhalten in den Supermarkt.

Gestern im Gym war der Spinning-Raum innen mit künstlichen Schneeflocken dekoriert, als Musik zum Sport Jingle Bells in einer tanzbaren Version (danach mit Techno-Rhythmus unterlegte deutsche Trinklieder und gaaaaanz viel Scooter, aber dazu demnächst mehr).

Vor unserer Wohnanlage wurde ebenfalls ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Keine Tanne, noch nicht mal ein richtiger Nadelbaum, aber sehr schön dekoriert:


In der Innenstadt dröhnt vor jeder zweiten Mall „Last Christmas“ (wieder in einer Disco-Version) aus riesigen PA-Boxen. Fast alle Restaurants sind weihnachtlich dekoriert (das heißt hier: Weihnachtsmann und Geschenk-Attrappen).

Weihnachten ist überall – aber zum Glück ist (geplante oder ungeplante) Besinnlichkeit in etwa so typisch chinesisch wie geordnet in der Schlange zu stehen, das Ganze ist eher eine Riesenparty. Und gestern habe ich einen Kollegen gefragt, ob er den wisse, was wir zu Weihnachten eigentlich feiern? Antwort: „Klar! Diese Sache mit dem Weihnachtsmann“.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Führerschein

Soll ich wirklich über den Verkehr in Xi’an schreiben? Straßenverkehr in China ist schon mehr als nur ein Klischee. Kaum ein Buch über den Alltag in China, dass sich nicht auch zu diesem Thema äußert; und sei der Aufenthalt noch so kurz - die hiesige Fahrweise ist ganz oben auf der Liste der Anekdoten jedes China-Reisenden. Andererseits… normalerweise beziehen sich diese Bücher oder Anekdoten auf Beijing, und nach einem Jahr in Xi’an empfinde ich persönlich den Fahrstil der Pekinger (inkl. Taxifahrer) als ausgesprochen zivilisiert. Genau genommen empfinde ich den Fahrstil in allen anderen mir bekannten chinesischen Städten verglichen mit Xi’an als zivilisiert, und: selbst nach einem Jahr stehe ich ab und zu an einer Kreuzung, schaue mir 5 Minuten das Geschehen an und lache mich kaputt (oder schüttele ratlos den Kopf, je nach Anzahl der Verletzten).

Die morgendliche Taxifahrt zur Arbeit weckt mich immer noch besser als der stärkste Kaffee, Adrenalin ist eine Wunderdroge. Und wenn ich mich mit meinem Elektroroller selbst ins Getümmel stürze, dann ist hellwach zu sein sowieso eine essentielle Voraussetzung für’s Überleben.

Nur, wo anfangen? Letzte Woche habe ich auf der Seite der deutschen Botschaft dieses Dokument entdeckt. Man darf also in der Tat mit einem chinesischen Führerschein in Deutschland autofahren, unglaublich.

Ich selbst besitze mittlerweile einen chinesischen Führerschein. Da ich bereits im Besitz einer deutschen Fahrerlaubnis war benötigte ich dazu „nur“ ein Gesundheitszeugnis und die theoretische Prüfung. Zunächst das Gesundheitszeugnis: Ich bin mit Gwen zur örtlichen Gesundheitsbehörde gefahren. Vor den Haus endlose Schlangen, aber für die wartenden Chinesen wurde offensichtlich ein unterhaltsames Programm geboten (Anwesenheit eines Ausländers, ich). Irgendwie sind wir dann an allen Warteschlangen vorbeimarschiert, haben an einer Kasse Gebühren gezahlt, mit einer kleinen Webcam ein Foto aufnehmen lassen, noch mal Gebühren bezahlt, und dann ging es zu den medizinischen Tests. Zimmer 1, Größe. Hinstellen, messen, roter Stempel, fertig. Zimmer zwei, Hörtest. Kopfhörer, lautes Geräusch von rechts. Ich soll sagen ob der Ton rechts oder links ertönt, kann aber zu der Zeit noch keinerlei chinesisch. Gwen fragt daher was ich sagen soll, die nette Krankenschwester lächelt verlegen und gibt mir den gewünschten Stempel. Beim ersten Sehtest (Zimmer 3) läuft es ähnlich, ich schaue in ein Gerät und soll sagen an welcher Seite der Kreis geöffnet ist. Sehe ich zwar ohne Probleme, kann ich aber nicht sagen. Krankenschwester lächelt und gibt mir den Stempel. Danach Zimmer 4, Farbensehen. Zahlen kann ich mittlerweile auf chinesisch sagen, aber die Krankenschwester versteht mich nicht. Wird schon stimmen, Stempel. Und so weiter, immer ein Test pro Zimmer, jeweils 20 Sekunden, fertig. Zum Abschluss noch räumliches Sehen. Zwei Holzstäbe bewegen sich vor- und zurück, und ich soll sagen sobald sie sich auf gleicher Höhe befinden. Zum Glück darf Gwen neben der Maschine stehen und sagt einfach auf chinesisch im richtigen Moment „jetzt“, sodass ich auch diesen Stempel bekomme. Dann noch einmal anstehen, Gebühren zahlen, fertig.

Fehlt nur noch die theoretische Prüfung. Also, auf zur örtlichen Verkehrsbehörde. Auf dem Parkplatz fragen diverse Frauen und Männer was wir wollen und ob sie uns gegen ein kleines Entgelt behilflich sein können. Aber ich bin ja ein ehrlicher Mensch und will einfach nur meine Führerscheinprüfung machen. Innendrin müssen wir uns dann wieder an diversen Schaltern anstellen, Gebühren zahlen, Formulare ausfüllen undsoweiter. Um die Wartezeit unterhaltsam zu gestalten hat man hier Fotos von Unfällen und Unfallopfern aufgehängt; in einer Endlosschleife läuft das Video einer Überwachungskamera, die zeigt wie ein Motorradfahrer von einem LKW überrollt wird und wie er anschließend aussieht. Eine Galerie an der Wand zeigt überfahrene Kinder, auf der anderen Seite zerquetschte Radfahrer. Für die wartenden Chinesen ist das sichtlich interessant und wird mit vielfachen „O“s und „Ah“s kommentiert. Alles in allem sehr laut, sehr wuselig, sehr chinesisch. Was meine Prüfung angeht… leider gibt es an diesem Tag ein Computerproblem, die Angestellten nutzen die Zeit ihre PCs und Mousepads zu putzen, aber Prüfung kann ich heute nicht machen.
Ein paar Tage später der nächste Anlauf. Allerdings gibt es heute ein Computerproblem. Ob man denn nicht vorher anrufen könne um zu erfahren ob die Computer funktionieren? Nein, geht nicht, sie haben kein Telefon. Aber wir sollten warten, das Computerproblem wird sicher bald behoben. Nach zwei Stunden werde ich aufgerufen, Computer geht wieder. Was ich denn wolle? Führerscheinprüfung? Ja, schon, aber heute nicht mehr, es ist gleich Feierabend.
Dritter Anlauf. Man muss wissen dass die Prüfung an Computerterminals abgelegt wird, man bekommt am Bildschirm 100 Multiple-Choice-Fragen und muss 90 davon richtig beantworten. Dieses mal kommen wir weiter voran, Computer funktionieren, und ich darf zur Prüfung. Aus irgendwelchen Gründen muss man dazu das Haus verlassen und zu einem Hintereingang wieder rein, aber gut. Der Haken dieses mal: Heute gibt es Tests nur auf chinesisch. Macht nichts, ich habe ja einen Übersetzer dabei. Nein, geht nicht, auf meinem Formular ist „englisch“ angegeben, ich muss also wiederkommen wenn der EDV-Experte da ist, der die englische Version der Prüfungssoftware starten kann.
Anlauf Nummer 4: Computer gehen, englische Software läuft, für alle Fälle hat auch noch ein Bekannter von einem Bekannten garantiert, dass ich in jedem Fall bestehen werden. Also los. Leider ist das Bildschirmlayout auf die chinesische Version angepasst, auf für die englischen Fragen ist der Bildschirm manchmal zu klein. „The display in your car shows the symbol [rechtes Ende des Bildschirms erreicht, Zeichen nicht mehr sichtbar] does it mean?“. Hmpf. Frage: „Wer ist verantwortlich für die Instandhaltung der Straßen“. Antworten: „Das Straßeninstandhaltungskommittee“ / „Die Straßeninstandhaltungskommission der lokalen Polizeibehörde“ / „Die Straßeninstandhaltungskommission der regionalen Polizeibehörde“ / „Das Komitee zur Instandhaltung der Straßen“. Nochmal Hmpf.
Frage: „If you want to break tug, what do?“. Antworten: “First twist, then tug” / “Yes” / “No” / “Wait doctor police”. Ganz Prima. 
Jetzt mal was was ich weiss: “A group of children wants to cross the street, what do you do?” – “Honk and wait” / “Honk and pass by as fast as you can” / “Pass by on the sidewalk so the children can cross the street without being harmed” / “Let the children cross the street”.
Leider habe ich nicht mitgeschrieben, viele Fragen waren sogar noch unterhaltsamer als ins englische übersetzte Speisekarten. Was ich noch weiß ist, dass es einige Male als mögliche Alternative die Option gab, die Tür zu öffnen und aus dem fahrenden Auto zu springen; dass man mehrmals ankreuzen musste das man das Ziel nicht überfährt und das diverse Aufgaben der örtlichen Parteiführung im Zusammenhang mit Verkehrsregeln abgefragt wurden. 
Am Ende bin ich natürlich (mit ca. 70 Punkten) durchgefallen. Macht nichts, als Ausländer durfte ich sofort wiederholen, ich sollte mein Gesicht nicht verlieren. Dieses mal 75 Punkte. Ich habe mir ausgerechnet wie oft ich es wohl probieren muss, bis ich wirklich 90 Punkte habe – und dann erst mal aufgegeben.
Also, eine Woche später Anlauf Nummer 5. Dieses mal ganz auf Nummer sicher. Reguläre Prüfung auf chinesisch, Guo (unser Fahrer aus der Firma, er sollte die Regeln ja kennen) als „Übersetzer“. Mit uns warten ca. 30 Chinesen auf ihre Prüfung und büffeln Last-Minute die Fragenkataloge, aber ich (Ausländer) bin dann doch zuviel der Ablenkung, der Aufseher bittet mich, woanders zu warten. Zu Beginn der Prüfung versuchen dann alle 30 Prüflinge zur selben Zeit durch die eine schmale Tür zu gehen und setzen sie sich dann jeder an ein Terminal. Erst jetzt bemerkt der Aufseher, dass die Terminals nummeriert sind und keine freie Platzwahl herrscht, also allgemeines Durcheinander bis dann jeder an seinem zugewiesenen Platz sitzt. Ich muss alleine (mit Guo) in die letzte Reihe, damit ich niemanden störe. 
Nun… kaum zu glauben… aber ich bestehe die Prüfung mit 91 Punkten! Dann war’s das jetzt? Ich bekomme noch ein Formular mit rotem Stempel ausgehändigt, das muss ich dann wieder an einem Schalter abgeben (wieder beim Vordereingang, bei den zermatschten Radfahrern). Wann kriege ich meinen Führerschein? – Da fehlt noch die Übersetzung. Welche Übersetzung, ich hatte doch die Übersetzung meines deutschen Führerscheins schon abgegeben? Die Übersetzung meines Reisepasses. Und meine Aufenthaltserlaubnis für China muss ich auch übersetzen lassen. Den Pass übersetzen? Und die Aufenthaltserlaubnis ist doch schon zweisprachig (chinesisch und englisch)? Ja, da kann die Dame auch nichts machen, das steht hier so und ich muss die Übersetzung beibringen. Und jetzt soll ich bitte gehen.
Also gut, was soll’s… ich sitze klar am kürzeren Hebel, also lasse ich meine zweisprachige Aufenthaltserlaubnis ins chinesische übersetzen. Geht doch alles wenn man nur will.
Und jetzt das Finale:

Mittwoch, 26. November 2008

7 Hochzeiten und eine Speisekarte

Letztes Wochenende in Guangzhou (Kanton): Nach einem ganzen Tag Stadtbummel suchen wir ein Restaurant. Das im Reiseführer empfohlene finden wir schnell. Außen ein prächtiges Gebäude, doch innen rosa und violette Luftballons, weiße Plastikrosen, Seifenblasenmaschinen, betrunkene Chinesen – leider heute geschlossene Gesellschaft(en), Hochzeitsfeiern. Na gut, kein Problem in Kanton ein kantonesisches Restaurant zu finden, dann eben ins nächste. Drei Stockwerke, hunderte Sitzplätze – und in der Tat findet sich hier zwischen den Hochzeitsfeiern noch ein kleiner Bereich für hungrige Laufkundschaft. Ich zähle mindestens sieben verschiedene Hochzeitsgesellschaften, aber das Lokal ist recht verwinkelt, sodass ich sicherlich noch einige übersehen habe. 

Ich habe mittlerweile einige chinesische Hochzeitsfeiern erlebt, meist sind sie (zumindest für die Gäste) „kurz und schmerzlos“: Etwas Smalltalk vorher, 30 Minuten Reden (inkl. der eigentlichen Zeremonie), 1 Stunde Essen. Die Braut zieht sich während dieser Zeit dreimal um, sehr schöne Kleider, aber dadurch verbringt sie mehr Zeit im Umkleideraum als mit den Gästen. Während des Essens stößt das Brautpaar mit allen Gästen an, wobei sie meist Schnaps aus einem eigens dafür vorgesehenen Krug trinken – stark verdünnt, ansonsten würden sie das bei 100 und mehr Gästen kaum durchstehen… für die Gäste gibt es natürlich echten Baijiu (Schnaps). Wenn die Gäste gesättigt sind geht es recht schnell: Teller leer, Danke, Tschüß, allgemeiner Aufbruch. Oft ist die Feier nach weniger als zwei Stunden schon beendet. 

Wir waren abends gegen halbacht im Restaurant, sodass ich nicht sagen kann, wie viele Feiern am selben Tag vorher schon stattgefunden haben. Aber sicherlich wurden an diesem Tag einige Bünde fürs Leben geschlossen… wichtig ist natürlich auch das Hochzeitsfoto im Restaurant, und da es eben so viele parallele Gesellschaften gibt kommt man sich auch mal ins Gehege. Die Fotografen der Gesellschaft im ersten Bild finden sich selbst als Motiv der Gesellschaft im unteren Bild wieder :-)


Ach ja, nachdem wir am Nachmittag auf einem Markt gesehen haben, welche Zutaten in Kanton zu Essen verarbeitet werden wollen wir kein Risiko eingehen. „You mei you yingwen caidan?“ – „You!“. Es gibt also eine englischsprachige Karte, insofern lassen wir uns nieder, bestellen ein Bier und studieren die Karte. Die erste Seite war mit „The abalone joins the wing belly” betitelt und enthielt die Gerichte:

• Braised bird’s nest with rock candy
• Braised sea cucumber in abalone sauce
• Baozhi deduction of plastic flowers
• Shrimp eggs & sea slugs
• Braised goose feet in abalone sauce
• Braised baozi fin
• Ho expense only t he original stem Powell
• Beijing liao senate Congbao
• Thai papaya stew Xueha
• Honglian Don Xueha
• Tianma don porcine brain
• Yuanyang lumbar Don Eucommia

Seite zwei (“The cook is carefully selected”)

• Gold-brick deep fried tofu
• The shrimp sauce flower sirloin steams a bean curd
• Bamboo sheng water melon soaks a pair fresh
• The incense fries beard chicken
• Green melon pulp is broken cooking fish rotten
• The incense fries saltwater fish
• Wen Nan burned pumpkin lobster sauce
• Salty chicken saves the melon boiler
• Souther fried milk Oupian spent meat
• The rude towline oat soaks the treasure bacterium
• Mainz is fresh Huaishan burning Xiangyu
• Jade gingko Caterers fresh bamboo
• Oat-melon Liu Zhusheng Baptist

Seite drei (“Chao Zhou City the Hakkas local flavour”)

• The Hakkas fries the wine bean curd boiler
• Dyadic Bai Guo Guo of tide belly boiler
• Spare Ribs with Bitter Melon style boiler
• Pan-Fried Eggs with Minced Pork and Vegetables
• The Hakkas egg angle boiler
• The Hakkas fries wine Triratna
• Dyadic pickled chinese cabbage of tide soaks tooth hairtail
• Big leaf mustard soak pair of ball
• Salty pig bone soya bean spring disk boiler
• The pig bone hot pot drenches the radish
• Soya bean sauce steams a streaky pork
• Soya bean sauce Sauted Seasonal Vegetable

Seite vier (“The North and South Gathers Together”)

• White river juice eel ball
• Sichuan returns to nest meat
• Kung Pao chicken component
• The fragrance explodes the hot pepper chicken
• Chops the pepper bouillabaisse ju
• Poached sliced beef in hot chily oil
• Old nominal mother flesh is broken steaming a bean curd
• Pan-seared green chili pepper
• Bubble hot spice plant cooks fish and water
• Three glasses of baked steak
• Three glasses of baked chicken
• Pineapple shelled fresh shrimps
• The lotus celery stir-fries black hot spice plant intestines
• Xizhi baked silver Xueyu

Seite fünf (“The five cereals good harvest”)

• Hoi Wong Tai Lam dish of fried rice
• Plum dish julienne pork fried rice
• Goose liver sauce cherishes bacterium fried rice
• Xo pickle stir-fries cattle River far
• Stir-fry cattle river with no result
• Three silk fried rice-flour noodles
• Three silk Sauteed Noodles with Vegetables
• Shrimp eggs he’s | she’s face cooked to no sauce
• Broken fish soup flesh gap bridge rice line
• Japanese-style dishes from soup Udon

Keine Ahnung warum Mainz jetzt Xiangyu niederbrennen will, was die Bakterien im Reis machen oder warum Steaks im Glas serviert werden – aber das Beed in Chillie-Öl war extrem gut!

Mittwoch, 19. November 2008

Ein Pferd reiten

„Qima“ heißt „ein Pferd reiten“. Und „um Hanf betteln“. Und „auf Lepra hoffen“. Und „Die Ehefrau schimpft“. Und noch einiges mehr, je nachdem wie man es ausspricht. Wenn man es richtig ausspricht kann es immer noch „Ziffern fahren“ heißen, aber das macht dann doch keinen Sinn. Leider ist es nicht immer so einfach, denn oft gibt es im Chinesischen keine Möglichkeit, aus den gesprochenen Worten alleine zu schließen was der Sprecher sagen will. Man braucht dann Schriftzeichen, damit das Ganze eindeutig wird; das ist wohl auch der Grund warum chinesische Nachrichten im Fernsehen immer untertitelt sind. Oder der Zuhörer stellt einfach eine Vermutung an, was denn der Sprecher wohl sagen will und reagiert dann entsprechend. Nachfragen wäre unhöflich. Wenn die Reaktion dann nicht passt wird der Sprecher ebenfalls nicht darauf hinweisen, auch das wäre unhöflich.

Aber um wieder aufs Thema zu kommen noch ein Bild von unserem Ausflug ins Umland:

Zeitreise

Letztes Wochenende haben wir einige Attraktionen westlich von Xi’an besucht. Unsere Sekretärin hat die Telefonnummern einiger vernünftig fahrender Taxifahrer mit halbwegs gut gewarteten Fahrzeugen, und so haben wir uns für den Ausflug einfach ein Tag ein Taxi gemietet. Für Ziele im Umland ist das mit Abstand die komfortabelste Art der Fortbewegung, und wenn man einen Fixpreis aushandelt auch durchaus bezahlbar. Am Ende des Tages standen nach 10 Stunden und ca. 300 Kilometern Fahrt knapp 700 RMB auf dem Taxameter, aber wir hatten uns vorher auf 450 RMB (ca. 50 Euro) geeinigt.

Zunächst ging es auf der Autobahn Richtung Baoji westlich aus Xi’an heraus. Wie immer waren die Mautstationen, an denen man zahlen muss, mit Frauen besetzt. Ich habe das auch in anderen Landesteilen gesehen: bei der Ausgabe der Mautkarten gibt es mal Frauen, mal Männer – aber Geld einkassieren, das überlässt man immer den Damen.

Nach ca. einer Stunde haben wir dann erstmals die Autobahn verlassen, um die Kaisergräber von Maoling („Die Pyramiden von China“) zu besichtigen.

Von nahem waren die Grabanlagen weniger spektakulär, die wenigen wirklich alten Kunstgegenstände kamen in Anbetracht der in Shaanxi üblichen Betang-Kultur kaum zur Geltung. „Betang“ sind moderne Betonbauten, angeblich im Stil der Tang-Zeit entworfen und mit brauner Farbe als Holzimitat angestrichen. Findet sich hier in der Gegend wirklich überall, von „Tang-Themenparks“ bis zu Shopping-Malls. Anscheinend gibt es Leute, denen das gefällt. Echt alter Stein und echt alter Stein im Betang-Umfeld:

Weitaus beeindruckender ist das ländliche Leben in Shaanxi. Xi’an zu verlassen ist wie eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert. Viele Straßen sind ungepflastert, vor den Häusern liegen Körner zum Trocknen ausgebreitet, auf dem Dorfplatz dreschen die Frauen das Getreide, ein Mann kommt uns mit zwei Ziegen entgegen; an den Strassen Händler mit Körben voller Obst und Gemüse; von Menschen gezogene Karren, meterhoch mit Stroh beladen; das Leben spielt sich auf den Strassen ab. 


Zwischen den Dörfern befinden sich endlose Felder, auf denen immer wieder kleine Erdhügel zu sehen sind. Ab und zu gibt es neben diesen Hügeln Gedenktafeln, und fast immer ist in den Hügel eine kleine Tür eingelassen – es sind Gräber. Wo man auch hinschaut, man hat auf den Feldern eigentlich immer solche Grabhügel im Blick; es ist wie auf einem hundert Quadratkilometer großen Friedhof. Dabei handelt sich nicht um vorzeitliche Anlage, auch heute noch werden die Toten in ländlichen Gebieten einfach auf den Feldern beerdigt. Mähdrescher oder Traktoren würden dadurch zwar behindert, aber die Arbeit auf den Feldern wird ohnehin meist noch von Menschen verrichtet.


Eigentliches Ziel unseres Ausflugs war der Tempel von Famen, ein bedeutendes Buddhistisches Zentrum in Zentralchina. Auch hier gab es wieder wenig echte alte Anlagen und viel Betang. Man beachte das im Bau befindliche Betang-Monstrum im Hintergrund:

Zuletzt waren wir dann noch an den Kaisergräbern von Qianling.. Am Eingang der Anlagen kamen wir mit einer Verkäuferin ins „Gespräch“ (so man das mit meinen extrem bescheidenen Chinesischkenntnissen denn so nennen kann…), die uns dann einlud, ihr Häuschen zu besichtigen. Es war eigentlich weniger ein Haus, als eher in die Lehmberge eingegrabene befestigte Grotten. In einer der Grotten Ziegen und Hühner, in der nächsten die Küche und zuletzt die Wohn/Schlafgrotte (mit Fernseher und Kühlschrank). Sah alles auf den ersten Blick ganz gemütlich aus, wenn auch wahrscheinlich ohne Heizung und fließend Wasser…


Was die Gräber selbst angeht: Mittlerweile hatte ich es aufgegeben, zu unterscheiden was alt und was neu ist. Seht selbst:

Und weil es so schön war zum Abschluss noch ein kleiner Fund vom Wegesrand:

Sonntag, 2. November 2008

City Wall Marathon

Mir tut noch alles weh, denn gestern habe ich am internationalen City-Wall-Run in Xi’an teilgenommen . Einmal auf der Stadtmauer die Innenstadt umrunden, Gesamtlänge 13.7km.
Beginnen sollte das Ganze um 8:40, die Läufer sollten deshalb schon um 8:00 da sein und ich hatte meinen Wecker auf 6:30 gestellt. Selbst schuld, bin ja schon fast ein Jahr in China und hätte mir denken können, dass das nicht pünktlich anfängt…

Kurz nach 8 war ich am Southgate, wo die Läufer mit Tänzen und lauten Trommeln begrüßt wurden. Gwen (aus unserer Personalabteilung), Jens (Kollege aus Suzhou) und Guo (unser Company-Driver) waren auch da. Jens ist ca. 2m groß und blond, sodass wir uns im Gedränge schnell fanden und ich zur Abwechslung mal mit meinen 1,94m NICHT das beliebteste Fotomotiv weit und breit war. Wie bei großen Läufen üblich hatten wir vorher Lauf-Shirt und eine Tasche für unsere Sachen bekommen. Anders als bei großen Läufen üblich konnte man jedoch die Tasche nirgendwo deponieren, die Idee (sofern vorhanden) war wohl, dass man die als Rucksack beim Lauf mit sich trägt. Zum Glück konnten wir noch eine Kollegin erreichen, die dann auf unsere Taschen aufgepasst hat.

Irgendwer erzählte dann, wir müssten uns noch registrieren. Toll, kein Schild, nix. Da hinten, auf die andere Seite des Stadttors sollen wir gehen. „Ist hier die Registrierung?“ – „Ja, aber nur für die 5km-Stgrecke“. „Wo ist die für 13.7km?“ – „Wo Bu Zhidao“ (= keine Ahnung). Aber da hinten ist ja noch ein Menschenpulk. 13.7km? Nein, dieses mal für die Halbmarathonstrecke (Chinglish: „Semi Journey Marathon“). Aber die zahlreich vorhandenen Volunteers sind hilfsbereit und schicken uns wieder auf die andere Seite des Tors, da wo wir ursprünglich herkamen. Siehe da, ein Schild „´Registration 13.7km“, davor aber nur drei grimmig dreinschauende Frauen (auch mit Volunteer-Armband), die sich dann noch demonstrativ wegdrehen als wir Ausländer uns nähern. Zu schwierig mit Ausländern zu verhandeln, besser weggucken. Wir starten dann später ohne Registrierung, interessiert ohnehin niemanden.

Ausländische Teilnehmer gab es übrigens einige, worauf die Veranstalter sichtlich stolz waren. Die Mädels mit den Länderschildern sind jedenfalls mehrmals ein- und wieder ausmarschiert (siehe Bild).


Die Läufer für die verschiedenen Distanzen kann man leicht an den Farben ihrer Lauf-Shirts unterscheiden: weiß 5km, blau 13.7km, rot Halbmarathon. Und dann gibt es noch welche in prächtigen, weiss-rot-goldenen Sportanzügen. Erster Gedanke: Toll, die haben ein paar Olympiamedaillengewinner als Ehrengäste. Aber die sind doch alle etwas zu alt, und irgendwie sehen sie von der Statur eher unsportlich aus? Später stellte sich heraus: Das waren der Bürgermeister von Xi’an und weitere Honoratioren, die haben zunächst längliche Reden gehalten (das macht man hier gerne) und sind dann als erste Gruppe an den Start gegangen. Die haben wirklich Rennen simuliert, mit Startschuss und allem. Sollen dann aber nur wenige hundert Meter gewesen sein, und wahrscheinlich hat der Bürgermeister gewonnen. Zumindest durfte er als allererster loslaufen, die anderen blieben beim Start brav hintendran.
Der richtige Start verlief dann wie erwartet chaotisch: zunächst mal wollte ein Teil der Läufer schon vor dem Startschuss los, und zudem hatten sich die Fotografen optimal direkt vor dem startenden Pulk positioniert, sodass dann im Gedränge auch noch Ausweichmanöver notwendig waren. Unterwegs wurde ich dann als Ausländer ganz besonders angefeuert, auch wenn sich 13.7km ab der halben Distanz doch recht laaaang anfühlen. Immerhin hab ich’s dann doch noch mit meiner persönlichen Vorgabe 1h:15min einmal um die Mauer geschafft. Wievielter ich wurde weiß ich nicht. Das hat ein Schiedsrichter den Läufern beim Zieleinlauf individuell zugerufen. Hat man mir nachher erzählt.

Nachtrag zu Wohnanlage

Seit einer Woche steht dieses Schild vor dem Eingang unserer Siedlung.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Kleinkram

Hab' mich endlich mal dazu durchgerungen diesen Blog zu erstellen. Gerade jetzt wo's bei der Arbeit (endlich) wieder richtig viel zu tun gibt. Tja... womit fange ich an?

Seit gestern gibt es wieder warmes Wasser. Man weiß das erst zu schätzen wenn man mal eine Woche ohne auskommen durfte. Bevor hier im Winter die Heizperiode beginnt wird in unserer Wohnanlage das gesamte Warmwasser- und Heizungssystem gewartet. Und das bedeutet: Morgens kalt duschen, oder ungewaschen ins Büro. Im großen und ganzen ist in dieser Wohnanlage die Wasser- und Stromversorgung eigentlich ganz stabil, zumindest wenn ich es mit dem vergleiche was Kollegen aus anderen Siedlungen erzaehlen. Etwas nervig: Wenn mal das Wasser oder der Strom abgestellt wird, dann morgens um 8. Außer am Wochenende, dann meist erst um 10. Man könnte sich ja theoretisch auch daran orientieren wann es weniger stört, aber das ist in der Arbeitsanweisung nicht vorgesehen.

Schön war auch Olympia. Als während der Eröffnungsfeier auf einmal alle Bewohner der Wohnanlage gleichzeitig vor der Glotze sitzen wollen war das Netz der plötzlichen Belastung nicht gewachsen. Stromausfall. Viel Gebrüll und Proteste, nach 30 Minuten haben sie's dann wieder hinbekommen. Das Licht ging in einem Wohnturm nach dem anderen wieder an - und dann in allen wieder aus. Wieder Überlast. Hätte man sich ja denken können wenn man alle Häuser fast gleichzeitig wieder ans Netz hängt. Wir haben die Eröffnungsfeier dann am nächsten Tag in der Wiederholung gesehen; kam auf mehreren Kanälen parallel mit ein paar Minuten Zeitversatz, sodass man durch zappen quasi vor- und zurückspulen konnte.