Zunächst ging es auf der Autobahn Richtung Baoji westlich aus Xi’an heraus. Wie immer waren die Mautstationen, an denen man zahlen muss, mit Frauen besetzt. Ich habe das auch in anderen Landesteilen gesehen: bei der Ausgabe der Mautkarten gibt es mal Frauen, mal Männer – aber Geld einkassieren, das überlässt man immer den Damen.
Nach ca. einer Stunde haben wir dann erstmals die Autobahn verlassen, um die Kaisergräber von Maoling („Die Pyramiden von China“) zu besichtigen.

Weitaus beeindruckender ist das ländliche Leben in Shaanxi. Xi’an zu verlassen ist wie eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert. Viele Straßen sind ungepflastert, vor den Häusern liegen Körner zum Trocknen ausgebreitet, auf dem Dorfplatz dreschen die Frauen das Getreide, ein Mann kommt uns mit zwei Ziegen entgegen; an den Strassen Händler mit Körben voller Obst und Gemüse; von Menschen gezogene Karren, meterhoch mit Stroh beladen; das Leben spielt sich auf den Strassen ab. 

Zwischen den Dörfern befinden sich endlose Felder, auf denen immer wieder kleine Erdhügel zu sehen sind.
Ab und zu gibt es neben diesen Hügeln Gedenktafeln, und fast immer ist in den Hügel eine kleine Tür eingelassen – es sind Gräber. Wo man auch hinschaut, man hat auf den Feldern eigentlich immer solche Grabhügel im Blick; es ist wie auf einem hundert Quadratkilometer großen Friedhof. Dabei handelt sich nicht um vorzeitliche Anlage, auch heute noch werden die Toten in ländlichen Gebieten einfach auf den Feldern beerdigt. Mähdrescher oder Traktoren würden dadurch zwar behindert, aber die Arbeit auf den Feldern wird ohnehin meist noch von Menschen verrichtet.Eigentliches Ziel unseres Ausflugs war der Tempel von Famen, ein bedeutendes Buddhistisches Zentrum in Zentralchina. Auch hier gab es wieder wenig echte alte Anlagen und viel Betang. Man beachte das im Bau befindliche Betang-Monstrum im Hintergrund:

Zuletzt waren wir dann noch an den Kaisergräbern von Qianling.. Am Eingang der Anlagen kamen wir mit einer Verkäuferin ins „Gespräch“ (so man das mit meinen extrem bescheidenen Chinesischkenntnissen denn so nennen kann…), die uns dann einlud, ihr Häuschen zu besichtigen. Es war eigentlich weniger ein Haus, als eher in die Lehmberge eingegrabene befestigte Grotten. In einer der Grotten Ziegen und Hühner, in der nächsten die Küche und zuletzt die Wohn/Schlafgrotte (mit Fernseher und Kühlschrank). Sah alles auf den ersten Blick ganz gemütlich aus, wenn auch wahrscheinlich ohne Heizung und fließend Wasser…


Was die Gräber selbst angeht: Mittlerweile hatte ich es aufgegeben, zu unterscheiden was alt und was neu ist. Seht selbst:

Und weil es so schön war zum Abschluss noch ein kleiner Fund vom Wegesrand:
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