Sonntag, 3. Mai 2009

Welcome to join the drop city activity

Wenn Chinesen Schilder ins Englische übersetzen ist das fast so lustig wie wenn sie autofahren. Manchmal sogar lustiger, und es gibt weniger Verletzte. Aber erstmal wieder ein Quiz:


Wofür werben diese Damen?
- Die Titelszene aus einem chinesischem Pornofilm (aka „Yellow Movie“)
- Plastiktulpen aus Holland
- Fleischliche Gelüste
Die Lösung wie immer am Ende dieses Eintrags.

Ihr kennt die T-Shirts und Tattoos mit chinesischen Schriftzeichen drauf, von denen keiner weiß was sie bedeuten? Nun, hier ist es ähnlich - vielen möchten einfach irgendwas westlich klingendes haben. Auf T-Shirts kann das sehr lustig sein; wenn das brave Schulmädchen ein enges rosa T-Shirt mit der Aufschrift "those are here to give you happy" auf dem Busen trägt (und sicher kein Wort davon versteht), dann bewundere ich jedenfalls den Humor des Texters. Und Geschäfte brauchen natürlich einen englischen Namen, auch wenn sie weder westliche Produkte anbieten noch ausländische Kunden als Zielgruppe haben (und natürlich auch kein englischsprachiges Personal angestellt haben; für Anfänger ganz schön verwirrend, wenn man in dem Gewusel chinesischer Schriftzeichen auf einmal einen „Shoe Shop“ entdeckt und ganz naiv davon ausgeht, dass man hier mit Englisch durchkommt).

Bei der Namenswahl ist Fantasie angesagt, so findet man im „Top 10“ nicht etwas Musik sondern Taschen, im „Sweet Face“ verkauft man Socken anstelle von... naja, ich weiß eigentlich auch nicht, was ich in einem Laden namens „Sweet Face“ erwarten würde. Und nein, 3R3H ist keine Lebensberatung sondern ein Restaurant.



Oft gibt es noch die Kunstworte. Klaatu barada nikto, aber jetzt erst recht:



„Ziction“ ist allgegenwärtig. Es gibt ein Ziction Hotel, ein Grand Ziction Restaurant, ein Ziction Building und vieles mehr. Falls jemand eine Ahnung hat was das heißen soll bitte bei mir melden, als Belohnung gibt es ein Buch aus dem Ziction Bookstore.

Aber wirklich schön wird es erst bei der ernstgemeinten Übersetzung aus dem chinesischen. Auf geprägten Schildern, auf Werbezetteln, auf Plakatwänden von der Größe eines Tennisfelds: Damit es richtig professionell ist muss es auch auf waiguorensisch dastehen. Dem Chinesen gefällt's, den Ausländer unterhält's.

Manchmal ist die Übersetzung korrekt und ergibt Sinn. Manchmal aber auch nicht. Und ob sie hilfreich ist steht nochmal auf einem anderen Blatt:


Wie im gesprochenen Chinesisch ist oft auch hier die Kenntnis des Kontextes zum Verständnis zwingend notwendig.




An einem ungesicherten Berghang, neben einem See und am Eingang eines Fahrradkellers durchaus akzeptabel, oder?

Und als Deutscher kennt man sich mit Mülltrennung natürlich aus und hat auch hiermit keine Schwierigkeiten:


Neben dieser Variante sind übrigens für die rechte Hälfte des Mülleimers auch noch die Bezeichnungen „unrecycling“, "no reclaimed" und "can not" (dann neben "can") gebräuchlich. Der Abfall wird nachher ohnehin wieder gemischt, ist also egal.


Manchmal braucht man den Kontext auch unbedingt, um Missverständnisse zu vermeiden. So gibt es den „Spanking Wine“ in einer ganz gewöhnlichen Kneipe (und nicht etwa in einem SM-Studio).

Tja, und dann gibt es noch die echten Rätsel. Was wollen sie uns hier nur sagen? Scheint wichtig zu sein...



Wenn es dann zu rätselhaft wird ergänzt man es besser um Piktogramme. Der chinesische Text besagt wahrscheinlich "nicht aus dem Auto kotzen".


Irgendwann nimmt man es einfach nicht mehr wahr. Es tut dann nicht mehr weh. Das neue Restaurant "Super Century Steak City" steht direkt neben dem Friseur "Poet Beauty Saloon". Die Werbefirma gegenüber bietet „Graphics Context“ an. Und natürlich geht man zum Bezahlen der Telefon- und Gasrechnungen in den „Line Community Charges Supermarket“, weil die Banken diesen Service nicht anbieten.

Sie lernen übrigens jetzt auch französisch...



Ach ja, die Lösung:

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